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„Das Ziel muss sein, unsere Leistungen konstanter abzurufen“

Philipp Ziereis hat eine schwierige Saison 2017/18 hinter sich. Aufgrund einer schweren Muskelverletzung verpasste er den Großteil der abgelaufenen Spielzeit, erst im Laufe der Rückrunde kehrte der Innenverteidiger zurück und kam noch zu acht Einsätzen. Nach der Saison haben wir mit dem 25-Jährigen über den langen Weg zurück auf den Rasen, den mental fordernden Abstiegskampf und die neue Saison gesprochen.

Nach dem 1:0-Heimsieg gegen Arminia Bielefeld am vorletzten Spieltag und dem damit verbundenen Klassenerhalt hatte Philipp Ziereis für das letzte Spiel beim MSV Duisburg nur ein Ziel: gesund aus der Partie kommen. Eine Oberschenkelverhärtung sorgte dann aber dafür, dass der Abwehrspieler nicht zum Einsatz kam und so gar nicht erst Gefahr laufen konnte, sich wie im Vorjahr am letzten Spieltag eine schwere Verletzung zuzuziehen.

Im Mai 2017 hatte sich Ziereis beim Saisonabschluss in Bochum eine schwere Muskelverletzung zugezogen, mehr als sechs Monate Pause waren die Folge. „Die Zeit war nicht leicht für mich. Umso schöner war es, endlich wieder mit der Mannschaft zu trainieren“, so der Innenverteidiger zu seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining noch vor der Winterpause. „Den Rückstand arbeitet man nicht in zwei, drei Wochen auf. Es hat einfach seine Zeit gebraucht, um körperlich wieder fit zu werden. Erschwerend kam hinzu, dass die Spiele der U23 immer wieder ausgefallen sind und ich einfach keine Spielpraxis sammeln konnte“, erklärte Ziereis rückblickend.

Wie der Innenverteidiger, der erstmals beim 1:0-Sieg in Ingolstadt im Kader gestanden hatte, dann aber zurück auf den Rasen kehrte, freute ihn selbst: „Ich wusste nach der langen Pause nicht, wie ich zurückkommen werde. Rückblickend kann ich aber zufrieden sein, wie es mir gelungen ist.“ Nicht nur beim Comeback gegen Eintracht Braunschweig, sondern auch bei seinen weiteren sieben Einsätzen präsentierte sich Ziereis sehr zweikampfstark. Knapp 75 Prozent aller Zweikämpfe konnte er für sich entscheiden – eine Quote, die ligaweit sonst nur Lasse Sobiech erreichen konnte.

Unzufriedenheit herrschte beim Innenverteidiger allerdings bei den Ergebnissen. „Es hätte der eine oder andere Sieg dabei sein dürfen, nein sogar müssen. Vor allem bei den Unentschieden gegen Braunschweig, Kaiserslautern und Sandhausen haben wir uns nicht mit drei Punkten belohnen können. Auch weil wir da wichtige Zähler liegengelassen haben, sind wir wieder unten reingerutscht“, so Ziereis.

Philipp Ziereis mit vollem Einsatz (hier gegen Jan Hochscheidt) bei seinem Comeback gegen Eintracht Braunschweig.

Philipp Ziereis mit vollem Einsatz (hier gegen Jan Hochscheidt) bei seinem Comeback gegen Eintracht Braunschweig.

Beim 3:0 gegen Fürth konnte er nach sechs sieglosen Spielen endlich wieder drei Punkte bejubeln. Neben seinem Comeback gegen Braunschweig war der wichtige Heimsieg gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt sein absolutes Saison-Highlight: „Wir wollten den Sieg unbedingt – gerade zuhause, vor unseren Fans. Das ganze Stadion war sofort da, Kampf und Einstellung haben gestimmt, das Ergebnis am Ende auch. Da hat einfach alles gepasst.“

Nach dem anschließenden 1:0 gegen Bielefeld war der Klassenerhalt noch vor dem letzten Spiel in Duisburg fix. Zur großen Freude von Ziereis: „Die vorangegangenen Wochen waren intensiv und sehr anstrengend, vor allem mental. Eine weitere Woche hätte uns alle noch mal richtig gefordert, auch weil wir personell auf dem Zahnfleisch gegangen sind.“

Die abgelaufene Spielzeit bezeichnete Ziereis aufgrund seiner langen Verletzungspause und des Abstiegskampfes als „schwierige Saison“, von der er sich nach dem Saisonende erst einmal erholen wollte. Schon während der USA-Reise kam der 25-Jährige auf andere Gedanken, ehe anschließend sein erster richtiger Urlaub seit zwei Jahren folgen sollte. Aufgrund von Verletzungen konnte Ziereis in der fußballfreien Zeit zuletzt nie richtig Urlaub machen, stattdessen schuftete er in der Reha stets für sein Comeback.

Gut erholt will der gebürtige Schwarzhofener mit dem Trainingsauftakt am Montag (25.6.) in seine sechste Saison am Millerntor starten. „Ich kann schon jetzt sagen, dass ich mich auf das nächste Jahr freue“, stellte er klar, bevor er sich in den Urlaub verabschiedete. Für die neue Spielzeit wünscht sich der Innenverteidiger, wen wundert’s: „Vor allem viel Gesundheit.“ Eine Saison wie die zurückliegende will er natürlich ungern noch mal erleben.

Mit Blick auf die kommende Saison stellte Ziereis klar: „Das Ziel von uns allen muss sein, unsere Leistungen konstanter abzurufen. Zudem hoffe ich natürlich, dass wir gerade zuhause erfolgreicher sein werden. Wir wollen das Millerntor wieder zu einer Festung machen.“ Was für eine Saison 2018/19 erwartet der Innenverteidiger generell? Eine schwierige Frage, wie Ziereis abschließend erklärte: „Die Liga hat 2017/18 verrückt gespielt. Es war schon kurios, wie viele Punkte nötig waren, um die Klasse schlussendlich auch zu sichern. Mal schauen, was die nächste Saison bringen wird. Klar ist auf jeden Fall, dass wir eine bessere Runde spielen wollen.“

 

(hb)

Fotos: Eibner

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