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#Reingeluschert Tag 8: Alles Gute kommt von oben

Trainingslager in Herzlake – die Saisonvorbereitung unserer Kiezkicker läuft! Was geht während der schweißtreibenden Trainingseinheiten und den Testspielen so? Und was passiert dazwischen? Colin aus dem Medienteam des FC St. Pauli will es genau wissen und "luschert" für Euch jeden Tag im Trainingslager rein – gerne auch mit einem Augenzwinkern.

„Ist das ein Vogel? Ist das ein Flugzeug? Nein, es ist Super Richie!“ Keine Ahnung, warum ich beim Thema Flugobjekte immer dieses völlig absurde Gaga-Lied aus den 90ern im Kopf habe. Gaga-Lieder haben leider meist einen hohen Ohrwurmfaktor – so auch dieses, in dem sich der grammatikalisch völlig irre Songtext und ein noch bizarreres Video dazu in mein Gedächtnis manifestiert hat. „Super Richie kommt zu dir gefliegt!“ Ja, das singt der wirklich. 

Zurück zum Thema Flugobjekte, denn die sind wirklich Thema bei unseren Kiezkickern, also indirekt – irgendwie. Während der Vormittagseinheit auf dem Trainingsplatz in Herzlake brummte und summte es ordentlich. Athletik-Trainer Karim Rashwan hatte schon Bedenken, es würde sich um einen Wespenschwarm handeln, denn letztens wurde er von einer am Schienbein gestochen – aua!  

Aber nichts dergleichen. Das unbekannte brummende und summende Flugobjekt hat eine Kamera, vier kleine Propeller und hört auf den Namen Drohne. Das flinke Ding ist nicht nur ideal für unsere Arbeit aus der Medienabteilung für fetzige Foto- und Videoaufnahmen. Auch als technologisch wertvolles Analyse-Tool ist es durchaus mal hilfreich, um sich einen anderen Blickwinkel zu verschaffen. Das weiß auch unser Spielanalyst Ole Marschall. „Durch die vielen verschiedenen Videoaufnahmen, die wir aus unterschiedlichsten Perspektiven machen, können wir auf viele Ressourcen zurückgreifen. Das sind sehr praktische Möglichkeiten, um so noch tiefer in die Analyse gehen zu können.“ 

Auch für ihn ist es das erste Mal hier in Herzlake. Der 27-Jährige ist ebenfalls ein Neuzugang in unserem Team. Ole war zuletzt als leitender Videoanalyst beim Bundesligaaufsteiger Greuther Fürth beschäftigt. Da stellt sich mir doch direkt die Frage: Wie wird man eigentlich Spielanalyst? Ole grinst. „Eigentlich wollte ich einen anderen beruflichen Weg einschlagen und habe in Berlin VWL studiert. Während des Studiums habe ich aber gemerkt, dass meine Freunde alle einfach das durchgezogen haben, worauf sie wirklich Bock hatten und so habe ich mich entschlossen, ein Praktikum in der Spielanalyse bei Hertha BSC zu absolvieren. Daraus wurden dann insgesamt zwei Jahre in der Analyse für die Lizenzabteilung sowie die U19- und U17-Nachwuchsteams.“ 

Dann kam der Anruf von Fürths Cheftrainer Stefan Leitl, der Ole als leitenden Videoanalysten im Team haben wollte. Der Rest ist eine reine Aufstiegsgeschichte. „Das war schon Wahnsinn, definitiv. Ich hatte aber schon für mich beschlossen, gerne wieder näher an Freunde und Familie in den Norden zurückzukehren. Dass es dann bei St. Pauli geklappt hat, ist für mich einfach perfekt“, betont der gebürtige Kieler, dem vor allem die Vielfältigkeit seines Jobs am meisten Spaß macht – aber auch vor Herausforderungen stellt. 

„Vor allem technisch muss am Spieltag alles laufen. Wenn ich auf der Tribüne sitze und die Live-Analyse mache, müssen dann die wichtigsten Sequenzen für die Halbzeitpause dem Trainerteam vorliegen, damit wir schnell auf taktische Ausrichtungen reagieren können“, erklärt der Analyst. Und dann heißt es: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Das gilt vor allem für die Arbeit von Ole. Neben der Aufarbeitung der absolvierten Partien steht dann auch direkt der Fokus auf das Training und die Analyse des kommenden Gegners auf dem Programm.  

Oles Arbeit könnte man auch etwas flapsig formuliert als einen Mix aus Schachspieler und Wahrsager beschreiben. Auf der einen Seite muss er eigene Spielzüge perfekt mit dem Trainerteam kreieren, genauso aber alle Beteiligten perfekt auf die taktischen Finessen des Gegners aufmerksam machen und vorausschauend Stärken- und Schwächen-Analysen treffen. „Der Austausch mit Spielern, dem Trainerteam, den Scouts und auch dem NLZ ist da sehr eng“, erklärt der 27-Jährige und fügt grinsend an: „Es gibt natürlich auch immer Spielsituationen, die können nicht von mir im Voraus geplant werden. Mal verspringt ein Ball oder es fehlen die berühmten Zentimeter, die ein Spiel entscheiden können.“ 

Unvorhersehbare Szenen und Situationen, diese Kuriositäten, die den Sport so ausmachen, sind es, die wir alle am Fußball genauso so lieben, wie wenn ein Plan von Leuten wie Ole Marschall wirklich auf geht. *Fußball und Herz Emoji* 

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Was unsere Kiezkicker am heutigen achten Tag in Herzlake noch gemacht haben? Das seht Ihr hier im Video:

 

(ch)

Fotos: FC St. Pauli

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