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Beim Heimspiel gegen Bochum: Sea-Watch informiert und sammelt Spenden

Nach wie vor versuchen Menschen aus Libyen, der Folter und dem Bürgerkrieg zu entfliehen. Sie wünschen sich nicht mehr, als ein Leben ohne Angst. Sichere Fluchtwege werden ihnen konsequent verstellt, sie versuchen es über das Mittelmeer, die tödlichste Grenze der Welt. Unser Flaggschiff die Sea-Watch 3 wird auch über den Winter dort im Einsatz sein um Menschenleben zu retten - allem Gegenwind zum Trotz. Gerade deshalb freut sich Sea-Watch über die Unterstützung des FC St. Pauli. Rund um das Heimspiel gegen den VfL Bochum am Montag (18.12.) werden Crewmitglieder von Sea-Watch vor Ort sein, über den Einsatz berichten und Spenden sammeln.

An Heiligabend ist Crewwechsel auf der Sea-Watch 3, an den Feiertagen läuft das Schiff wieder aus, zur Suchfahrt an Europas tödlicher Außengrenze. Keine Tage der Besinnlichkeit zwischen den Jahren für Sanitäterin Stefanie Hilt oder Einsatzleiter Johannes Bayer. Mit der Sea-Watch 3, verfügen wir zum ersten Mal über ein Schiff, das groß und sicher genug ist, um auch im Winter bei schwerem Wetter Rettungseinsätze zu fahren. Auch jetzt zur kalten Jahreszeit machen sich verzweifelte Menschen auf den Weg und wagen die gefährliche Flucht übers Meer. Sie fliehen vor Zwangsarbeit oder Folter, vor Kriegshandlungen oder Vergewaltigungen. Immer wieder erzählen uns Gerettete dass sie lieber im Meer ertrinken würden, als nach Libyen zurück gebracht zu werden.

Die Europäische Union unterdessen hat ihre Abschottungspolitik nochmals verschärft und die Seenotrettung im zentralen Mittelmeer nahezu vollständig eingestellt. Gleichzeitig werden die zivilen Rettungsorganisationen kriminalisiert. Die rechtswidrige Erweiterung des Hoheitsgebiets durch Libyen hat zudem die Gefährdungslage nochmals deutlich erhöht. Die Regierungen wissen um den täglichen Bruch des Völkerrechts durch ihre Libyschen Partner, da helfen auch keine Lippenbekenntnisse zu Menschenrechten, wie kürzlich von Kanzlerin Angela Merkel. Geht es um Migrationsabwehr scheint jedes Mittel recht zu sein, grobe Menschenrechtsverletzungen und der Tausendfache Tod im Mittelmeer werden billigend in Kauf genommen. Umso wichtiger ist es, dass die zivile Rettungsflotte gerade jetzt präsent bleibt.

Bereits die ersten Einsätze des neuen Flaggschiffs Sea-Watch 3 haben gezeigt, wie wichtig unsere Anwesenheit im Einsatzgebiet ist. Am 6. November 2017 kam es erneut zu einem tragischen Zwischenfall mit der Libyschen Küstenwache. Mitten in einer durch die Seenotleitstelle in Rom koordinierten Rettungsaktion tauchte ein Boot eben jener Küstenwache auf und hielt in gefährlicher Art und Weise auf das Boot in Seenot zu. Trotz des Insistierens eines italienischen Militärhubschraubers gingen die Libyer mit unvorstellbarer Gewalt gegen die Flüchtlinge vor. Durch das Eingreifen der Libyer gab es erneut Tote, darunter ein dreijähriger Junge, der trotz aller Bemühungen auf der „Sea-Watch 3“ nicht wiederbelebt werden konnte. Ohne das entschiedene Eingreifen der Crew der Sea-Watch 3, Menschen aus dem mittlerweile recht kalten Mittelmeer zu ziehen, wären wohl noch deutlich mehr ertrunken.

Zwar gingen im August die Abfahrten aus Libyen zunächst zurück, nachdem Europa die sogenannte Libysche Küstenwache verstärkt ausstattet und Italien einen Deal mit einer Libyschen Miliz geschlossen hatte. Dieser Zustand war allerdings nicht von langer Dauer: Bereits ab Ende August beobachten wir auch durch unser Suchflugzeug wieder eine deutlich steigende Zahl Flüchtender auf dem Wasser. In einem weiteren Einsatz am 23. November 2017 haben wir von Mission Lifeline ein Baby übernommen, das kurz zuvor auf einem Schlauchboot geboren worden war. Das Baby und die sehr geschwächte Mutter konnten auf der „Sea-Watch 3“ versorgt und zusammen mit 252 andern Flüchtlingen sicher nach Sizilien gebracht werden.

In diesen Momenten wissen wir wieder, wie sehr sich unser Einsatz und der finanzielle Aufwand lohnen. Seit Gründung war Sea-Watch an der Rettung von über 35.000 Menschen beteiligt, doch die Kriminalisierung der Seenotrettung hat auch dazu geführt, dass es für Sea-Watch immer schwieriger wird, die für ihren Einsatz nötigen Mittel einzuwerben. Deshalb braucht Sea-Watch jetzt mehr denn je Eure Unterstützung, um weiter retten zu können. Werdet Fördermitglied oder unterstützt Sea-Watch mit einer Spende, denn ein Menschenleben ist unbezahlbar, Seenotrettung nicht!

Die Crewmitglieder von Sea-Watch findet Ihr vor, nach und während des Heimspiels gegen Bochum am Montagabend (18.12.) an den Infoständen auf dem Vorplatz sowie in der Gegengerade. Zudem werden SpendensammlerInnen überall im Millerntor-Stadion unterwegs sein.

 

Text & Fotos: Sea-Watch

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