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Team H.E.A.T St. Pauli wird Corinthian Vize-Europameister

Das Team H.E.A.T um Regattasegler Max Augustin hat sensationell die gefürchtete Langstrecke bei den ORC European Championships in Schweden gewonnen und sich so den Titel des Corinthian Vize-Europameisters 2019 gesichert.

Im Ausland belächelt man die Deutschen gerne für ihren ritual-ähnlichen Gang zum Fernseher, wenn um 20 Uhr die Tagesschau beginnt, um zum Ende der Sendung den Wetterbericht der nächsten drei Tage zu sehen. Wer das tut, hält Segler wahrscheinlich für verrückt. Bereits Wochen, manchmal auch Monate vor einem Wettkampf machen sie sich Gedanken über das vorherrschende Wetter. So auch vor der von Sonntag (11.8.) bis Sonnabend (17.8.) andauernden ORC European Championships in Schweden.

Noch eine Woche zuvor war eine Steife Brise angesagt - also so etwas um die 5 bis 6 Beaufort, das entspricht ca. 25 Knoten Wind. Oder wie es Judith Rakers sagen würde: „50, in Böen bis zu 60 km/h aus Süd, Süd-West.“ Egal welche Umschreibung für den Wind gewählt wird, das würden die Bedingungen für die H.E.A.T. sein.

Das Boot war ruckzuck und routiniert zu Wasser gelassen und ‚ready to race‘. Zwei Trainingstage bei feinsten Bedingungen ganz nach dem Geschmack der H.E.A.T Crew, doch je näher der eigentliche Wettkampf kam, desto weiter herunter korrigierten die Wetterdienste die Windvorhersagen. Mit jedem Knoten weniger Wind sanken auch die Chancen des motivierten Teams.

T minus 1 – das Practice Race

Am Dienstag (13.8.) ging es mit einem Practice Race (Team H.E.A.T berichtete: KLICK!) los, das Rennen ging nicht in die Gesamtwertung ein, bot aber eine gute Plattform, um die Stärke der Gegner abzuklopfen, den eigenen Speed zu verifizieren und die Startroutine zu überprüfen. Für die H.E.A.T ging es gut los – zu gut.

Race day 1

Lief im Practice Race noch alles rund, kam das Team am ersten Tag nicht hundert prozentig in den Tritt. Am Ende des Tages fand sich das Team nach zwei Rennen und zwei 13. Plätzen auch im gesamten Klassement auf einem nicht zufriedenstellenden Rang 13 wieder. Kein Beinbruch, aber auch keine gute Ausgangslage. Immerhin – die Situationen, in denen wertvolle Punkte liegen gelassen wurden, konnten klar identifiziert werden und es sollten noch fünf weitere Rennen folgen.

Race day 2 – die Langstrecke

Bei der Weltmeisterschaft in Kroatien wie auch bei der Deutschen Meisterschaft in Travemünde und bei allen großen Meisterschaften der vergangenen Jahre hatte dieses nicht aus der Wertung streichbare Rennen dem Team die Chancen aufs Podium verhagelt. Ein nicht zu vernachlässigender Punkt für die Psyche. Würden wir das endlich hinter uns lassen können?

Der Start ins Rennen verlief solide. Wichtig war, keinen Frühstart zu kassieren, aber von Beginn an vorne mit dabei zu sein. An der ersten Bahnmarke der voraussichtlich acht bis zehn Stunden dauernden Wettfahrt kam die H.E.A.T unter den Top10 an. Alles im Lot.

Team H.E.A.T um Regattasegler Max Augustin (untere Reihe, Mitte)

Team H.E.A.T um Regattasegler Max Augustin (untere Reihe, Mitte)

Es würde ein langer Vorwindkurs mit Spinnaker folgen, zwischen einigen Inseln hindurch bis zu einem ca. 25 Meilen entfernten Leuchtturm, von dem es am Wind zurück gehen würde. Dieser Vorwindkurs bei leichten Winden musste genutzt werden, um sich an die Spitze des Feldes zu setzen. Julian, der Taktiker und Navigator des Teams, wählte einen geschickten Kurs vorbei an den Inseln. Jede Welle wurde genutzt, um ein kleines bisschen extra Speed zu generieren. Bis zur nächsten Wendemarke, einem Leuchtturm, konnte sich das Team mit zwei weiteren deutschen Teams in der Spitzengruppe vom Verfolgerfeld absetzen. Der folgende Amwindschlag zur nächsten Bahnmarke wurde zur Zerreißprobe.

Wenn das Team bis dorthin seine Position verteidigen können würde, wären die Aussichten auf ein Top Ergebnis - auch nach berechneter Zeit - sehr gut. Der Wind sollte laut Vorhersage zunehmen. Und das tat er auch. Die Kreuz war für die Crew eine Tortur. Bis zur Marke konnte sich die H.E.A.T auf der dritten Position behaupten. Dann ging es ab. Der nächste Streckenabschnitt war nicht lang, aber es gelang der Crew auf dem spitzen Vorwindkurs, den Zweiten zu überholen und viele Meter abzunehmen. Zum Ende des Rennens ging es noch einmal dicht an den Felsen vorbei. Erinnerungen an die WM in Kroatien wurden wach – bloß genug Abstand halten.

Auf den letzten Meilen Richtung Ziellinie wurde das Boot und Crew bis ans Limit gepusht. Völlig erledigt ging es durch die Ziellinie vor dem Hafen von Oxelösund, auf dessen Mole sich einige Schaulustige versammelt hatten und dem Team applaudierten. „Als die offiziellen Ergebnisse nach berechneter Zeit veröffentlicht wurden, konnten wir es kaum glauben. Wir hatten auf eine Top5-Platzierung gehofft, aber dass wir dieses Rennen tatsächlich gewinnen würden, war nach den vielen Enttäuschungen unglaublich! Ein sensationeller Sieg bei einem so bedeutenden Event – daran werden wir uns alle sehr lange erinnern“, freute sich Max Augustin.

Race day 3

Der Sieg auf der Langstrecke beförderte die H.E.A.T ein gutes Stück nach vorne in der Ergebnisliste. Tag drei mit zwei weiteren kurzen Rennen und den guten Einzelergebnissen 5 und 6 festigte die Position im Gesamtklassement. Der Abstand zu den Verfolgern war groß und die führenden Teams in Schlagweite für den letzten Tag. Alles auf Angriff.

Race day 4 – final showdown

Auch die Ergebnisse am letzten Tag bei strahlendem Sonnenschein und leider mittleren Winden konnten sich sehen lassen, reichten aber nicht, um die Führung der Corinthian-Wertung zu übernehmen. Am Ende gewinnt das St. Pauli-Team von der H.E.A.T aber überglücklich den Titel Corinthian Vize European Champion 2019. In der Gesamtwertung belegten wir den 7. Rang.

Hier das Endergebnis der Corinthian-Wertung: KLICK!

 

Text & Bilder: Team H.E.A.T

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