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#Reingeluschert Tag 4: Wie der Vater so der Sohn

Trainingslager in Herzlake – die Saisonvorbereitung unserer Kiezkicker läuft! Was geht während der schweißtreibenden Trainingseinheiten und den Testspielen so? Und was passiert dazwischen? Colin aus dem Medienteam des FC St. Pauli will es genau wissen und "luschert" für Euch jeden Tag im Trainingslager rein – gerne auch mit einem Augenzwinkern.

"Aus, aus, der Ball war aus!" Eine kleine Diskussion und dann ging’s direkt weiter, mit dem nächsten Aufschlag. Aufschlag? Wie? Haben wir Eric Smith beim Golfen begleitet? Nicht ganz. Für die Kiezkicker stand heute in der Vormittagseinheit etwas Abwechslung auf dem Programm. Eine Runde Golf zwar nicht – aber das Duell auf dem Tennis-Court beim Zwei-gegen-Zwei mit Co-Trainer Fabian Hürzeler und Finn Ole Becker gegen Lukas Daschner und Leart Paqarada bot Spannung auf höchstem Niveau. "Sehr gut, mit links, wie gestern beim Spiel, Daschi", scherzte Cheftrainer Timo Schultz, der auf dem Rudergerät fleißig Kilometer abspulte und in Blickrichtung zum Geschehen das Spektakel gespannt mitverfolgte.  

Es standen aber natürlich nicht alle Spieler auf dem Tennisplatz und warteten auf ihren Einsatz. Der Rest war im Schwimmbad anzutreffen oder mit Athletiktrainer Christoph Hainc Scheller beim Stretching. Darunter auch einer unserer Neuzugänge. Unser erster Neuer für die neue Saison, um genau zu sein: Keeper Nikola Vasilj, der mit angestrengtem Gesicht seitlich auf Hüfthöhe über die Faszien-Rolle glitt.  

Torhüter haben für mich persönlich eine sehr imposante Erscheinung. Mit zehn Jahren war ich fasziniert von den Leistungen von Olli Kahn im Nationaltrikot bei der WM 2002. Daraufhin habe ich beschlossen, selbst eine große Torhüterkarriere einzuschlagen. In die Ecken springen, hechten und mit starken Reflexen die Bälle parieren, das fand ich cool! Zugegeben, das mit der Karriere im Fußballkasten hat sich schon aufgrund meiner Körpergröße von 1,72 Metern schnell erledigt, auch wenn die unzähligen Bolzplatzmomente mit meinem Papa unvergessen waren. 

Nikola Vasilj hält einen Fußball in seiner rechten Hand

An diese Momente kann sich Nikola "Niko" Vasilj auch gut erinnern. Er hat den Vorteil, dass er von den Voraussetzungen her schon mal das Komplettpaket eines guten Torhüters mitbringt. 1,93 Meter groß, vom Körperbau her eher drahtig und eine enorme Spannweite. "Ich wollte schon immer Torhüter werden. Ich glaube, mit sieben Jahren habe ich angefangen und stand immer im Tor", betont "Niko" und grinst dabei in die Ferne guckend, fast schon in Erinnerung schwelgend an vielleicht ähnliche epische Bolzplatzmomente mit seinem Vater – wobei diese deutlich professioneller ausgesehen haben dürften. 

Kein Wunder, denn sein Vater Vladimir Vasilj war selbst Profi-Torhüter, unter anderem bei Dinamo Zagreb und sogar kroatischer National-Keeper. "Ich habe mir immer seine Spiele angesehen. Da schaut man als kleiner Junge schon auf und sich auch was ab. In jungen Jahren war er wie ein Idol für mich", erklärt der 25-jährige Keeper und fügt an: "Er hat eine super Karriere hingelegt und ich hoffe, dass ich da anknüpfen kann an seinen Leistungen."

Gut rein finden, in eine neue Stadt, ein neues Umfeld und neue Gegebenheiten – für den außerhalb des Platzes eher introvertierten Bosnier ist es nicht das erste Mal. "Wobei ich auf dem Fußballfeld schon sehr emotional bin, ein wenig wie ausgewechselt", gibt er zu. Und wer kennt das nicht – sich erst einmal reinfinden und beweisen zu müssen – egal ob beruflich oder privat. Bei "Niko" hat alles bei Zrinjski Mostar in seiner Heimat Bosnien-Herzegowina angefangen, wo es ihn dann nach weiteren Stationen in seinem Heimatland zunächst in die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg und zuletzt zu Zorya Lugansk in die Ukraine führte. 

Dort machte er mit starken Leistungen auf sich aufmerksam: "Einen der besten Momente, die ich als Torhüter hatte, war mit Lugansk in der Europa-League gegen Leicester City, wo ich Sekunden vor dem Schlusspfiff den 1:0-Sieg festgehalten habe. Das war ein überragendes Gefühl", strahlt der 25-Jährige. An solchen Glücksmomenten möchte "Niko" hier bei den Braun-Weißen anknüpfen. In jeweils einer Halbzeit bei den Tests gegen Hannover und Lohne hielt er seinen Kasten schon mal sauber. 

Auch privat läuft es rund beim neuen FCSP-Keeper, der vor knapp zwei Monaten seine Freundin Sara geheiratet hat. "Ich freue mich schon sehr, sie wiederzusehen. Den Umzug nach Hamburg habe ich alleine organisiert, da sie noch in der Heimat in Bosnien ist. Wenn ich aus Herzlake wieder nach Hamburg komme, wird sie mit in die Wohnung ziehen." Neue Gegebenheiten und neue Wechsel bieten eben auch neue Chancen, die nächsten Schritte zu gehen und sich weiterzuentwickeln. "Genau das möchte ich auch, nicht einfach nur zufrieden sein, sondern an sich zu arbeiten und besser zu werden", betont "Niko". 

Und auch wenn alles in die richtige Richtung zu laufen scheint, gibt es privater Natur dann doch einen kleinen Makel bei ihm, wie er mit leichtem Grinsen verrät. "Die Hochzeitsfotos sind noch nicht da. Ich hoffe, die kommen bald", lacht der Keeper. Na, zum Glück bekommst du die Schnappschüsse beim FC St. Pauli rechtzeitig, naja, also so gut wie immer. *Zwinker* 

(ch)

Fotos: FC St. Pauli

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