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„Leute mit Down-Syndrom sollten öfter im Fernsehen sein“

Jahr für Jahr ruft die internationale Dachorganisation Down Syndrome International (DSi) am 21. März zum Welt-Down-Syndrom-Tag auf – in diesem Jahr unter dem Motto #EndTheStereotypes (Schluss mit den Vorurteilen).

Auch beim FC St. Pauli wird Inklusion gelebt, denn Inklusion geht weit über die bloße Barrierefreiheit hinaus. Sie erfordert ein tiefgreifendes Bewusstsein, in dem Vielfalt als Bereicherung und nicht als Herausforderung wahrgenommen wird. Behinderung ist keine einschränkende Eigenschaft, sondern eine von mehreren Facetten menschlicher Diversität, die zu einem lebendigen und kreativen Miteinander beiträgt. Inklusion ist eine Lebenseinstellung, die Chancengleichheit, Teilhabe und gegenseitiges Verständnis fördert.

Anstatt Fürsorge zu leisten, zielt Inklusion beim FC St. Pauli auf die Förderung von Selbstbestimmung und gleichberechtigter Teilhabe ab. Menschen mit und ohne Behinderung werden als aktive Akteure betrachtet, die ihre Fähigkeiten und Talente in den Verein und die Gesellschaft einbringen können.

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Wir haben den Welt-Down-Syndrom-Tag zum Anlass genommen, um mit Menja Radke zu sprechen. Die 19-Jährige absolviert ein Praktikum im Bereich Greenkeeping/Stadionbetrieb beim FC St. Pauli und lebt mit dem Down-Syndrom. Bereits seit April 2023 ist sie im Verein - für Menschen mit Down-Syndrom ist es wichtig, Dinge in Ruhe zu erlernen. Im Interview spricht sie über ihre Aufgaben beim FCSP und über das Gefühl, am Spieltag im Stadion zu sein.

Hallo Menja, magst Du Dich einmal kurz vorstellen?

„Mein Name ist Menja. Ich bin 19 Jahre alt.“

Was machst Du, wenn Du nicht beim FC St. Pauli bist?

„Ich gehe noch in die Schule, in die 12. Klasse.“

Was machst Du in Deinem Praktikum?

„Freitags helfe ich, das Heimspiel vorzubereiten. Ich helfe Marcus und Kurani und mache die Müllsäcke in die Tonnen. Am Spieltag helfe ich den Rabauken und den Greenkeepern. Ich gehe mit dem Eimer rum und sammele Müll vom Rasen.“

Gefällt Dir Dein Praktikum beim FC St. Pauli?

„Mein Praktikum gefällt mir gut. Alle sind sehr nett zu mir. Und ich kann helfen.“

Wie ist es für Dich, am Spieltag im Stadion zu sein?

„Am Spieltag im Stadion zu sein, ist toll. Mein Papa und mein Bruder haben eine Dauerkarte und sind auch immer im Stadion.“

Wie ging es Dir damit, sogar im Fernsehen gewesen zu sein?

„Ich finde es cool, im Fernsehen zu sein. Leute mit Down-Syndrom sollten öfter im Fernsehen sein.“

Kannst Du das Praktikum anderen Menschen empfehlen?

„Ich möchte das Praktikum beim FC St. Pauli gern weiter machen. Und ich möchte gern noch andere Arbeiten ausprobieren. Es sollte mehr Plätze für Menschen mit Down-Syndrom geben.“

 

(mh)

Fotos: privat

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