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FC St. Pauli - Mitgliederversammlung

Alljährlich findet beim FC St. Pauli eine Mitgliederversammlung statt. Hier werden turnusgemäß das Präsidium und der Aufsichsrat gewählt, zudem stimmen die Mitglieder des FC St. Pauli über verschiendene, zuvor eingereichte Satzungsänderungs- und Dringlichkeitsanträge und weitere Anträge ab. Am Sonntag (13.11.2016) fand im Saal 3 des Congress Centrums Hamburg (CCH) zuletzt eine Mitgliederversammlung des FC St. Pauli statt. An dieser nahmen 517 Mitglieder teil, von denen 489 stimmberechtigt waren. Wahlen standen nicht auf der Tagesordnung. Hier findet Ihr den Rückblick von Präsident Oke Göttlich sowie alle Infos zum Geschäftsjahr 2015/2016.

Rückblick von Präsident Oke Göttlich

Göttlich wandte sich in seiner Rede zunächst an die anwesende Profimannschaft: „Wir glauben an jeden einzelnen von Euch. An Eure Stärken und Fähigkeiten. Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass Ihr die nötigen Punkte holt.“ Weiter berichtete der Vereinspräsident von einer tiefgehenden Analyse der sportlichen Situation, die dazu geführt hatte, sich vom bisherigen Geschäftsleiter Sport Thomas Meggle zu trennen: „Ich werde nicht weiter die Beweggründe für die Entscheidung erklären, weil wir beim FC St. Pauli uns zur Maxime gesetzt haben, für unsere MitarbeiterInnen Verantwortung zu übernehmen und verantwortungsvoll mit Ihnen umzugehen.“

Gleichzeitig dankte der 40-Jährige dem kaufmännischen Geschäftsleiter Andreas Rettig, der bis zum Saisonende neben seiner Rolle im kaufmännischen Bereich den Posten von Thomas Meggle kommissarisch übernimmt: „Es ist für den Verein auch aus wirtschaftlichen Aspekten die naheliegendste Lösung. Daher, lieber Andreas, vielen Dank, dass Du dem Verein in dieser schwierigen Situation in Doppelfunktion zur Verfügung stehst. Danke, dass Du unserem Bitten nachgekommen bist.“ Weiter begrüßte er mit Olaf Janßen den neuen Co-Trainer an der Seite von Chefcoach Ewald Lienen.

Diese Maßnahmen habe man getroffen, da man davon überzeugt sei, mit diesen Veränderungen den Turnaround zu schaffen und die Klasse zu halten, zeigte sich Göttlich kämpferisch. Dabei mahnte er an, dass es der Übernahme von Verantwortung in allen Bereiche des Vereins bedürfe. Auch gab Göttlich einen Ausblick auf die kommende Winterpause: „Ich kann Euch versichern, dass wir den Spielermarkt genau im Blick haben und wenn sich die Möglichkeit ergibt, eine Verstärkung zu verpflichten, die sinnvoll ist und uns weiterhilft, werden wir das auch tun. Nur möchte ich auch klar betonen, dass die Bäume hier nicht in den finanziellen Himmel wachsen.“ Der 40-Jährige verwies auf die Tatsache, dass man in den letzten Jahren an die Grenzen des Machbaren gegangen sei und aktuell, nach strenger Prüfung durch den Aufsichtsrat, den Lizenzspieleretat um 50 Prozent erhöht habe.

Diese Erhöhung sei nur möglich gewesen, weil der Verein und seine Gesellschaften wirtschaftlich erstklassig aufgestellt seien. „Im Geschäftsjahr 2015/16 konnten wir die positive Entwicklung der letzten Jahre weiter fortsetzen. Der Konzernabschluss ergab bei Gesamterträgen von EUR 40,64 Millionen (Vorjahr EUR 33,13 Mio.) ein Betriebsergebnis vor Steuern von EUR 2,98 Millionen. Dieses Ergebnis führt zu einem Konzernjahresüberschuss von EUR 1,32 Millionen“, ging Göttlich im Detail auf die Zahlen ein.

Zwar könne man mit diesem Ergebnis zufrieden sein, doch sei es gleichzeitig auch Ansporn. Da der Verein im TV-Ranking von Platz 6 auf Platz 10 abgerutscht ist, verringerten sich die TV-Einnahmen von 8,83 Millionen Euro im Vorjahr auf nur noch 7,47 Millionen Euro. Auch aus diesem Grund habe sich der Verein in den vergangenen Jahren fußballpolitisch engagiert. Dabei gehe es darum, für eine ausgewogene Zusammensetzung des DFL-Vorstandes zu kämpfen, damit eine gerechte Verteilung der TV-Gelder zwischen 1. und 2. Bundesliga möglich bleibt.

Einen großen Anteil am positiven Gesamtergebnis hatte laut Göttlich der Bereich Transfers. Hierbei hob der Präsident den Wechsel von Marcel Halstenberg nach Leipzig hervor, der dem Verein einen Erlös in Höhe von mehr als 3 Millionen Euro einbrachte.

Eine weitere Einnahmequelle soll in Zukunft der Bereich Merchandising werden. „Wir sehen hier weiteres Steigerungspotential – auch international. Wir haben in den USA einen Onlineshop an den Start gebracht und mit Kingsroad Merchandising einen idealen Partner gefunden, der uns bei der Umsetzung vor Ort optimal unterstützt“, gibt der 40-Jährige Ausblick auf weitere Aktivitäten im Bereich Merchandising.

Durch die Aufnahme der Upsolut Merchandising GmbH & Co. KG in den Konzern konnten bereits positive Effekte entstehen. Bei Betrachtung der wirtschaftlichen Entwicklung des Vereins äußerte sich Göttlich zufrieden mit Vermarktung des Vereins. „Wir konnten den Vertrag mit unserem Hauptsponsor Congstar vorzeitig um weitere zwei Jahre bis Sommer 2019 verlängern. Zudem sind unsere sechs größten Partner bis mindestens 2019 an den Verein gebunden und verfügen über Verträge, die ligaunabhängig Gültigkeit haben. Das gibt uns als Club Planungssicherheit, zeigt aber auch, dass der FC St. Pauli als zuverlässiger und leistungsstarker Partner betrachtet wird“, so der Präsident zu den Mitgliedern.

Auch die sportlichen Resultate des Vereins im Bereich der Jugend ließ Präsident Oke Göttlich nicht unerwähnt. „Unsere U23 konnte im letzten Sommer die Klasse halten und spielt derzeit eine ordentliche Rolle in der Regionalliga Nord. Und auch die U19 und die U17 haben sich seit Jahren in der Junioren-Bundesliga etabliert“, zeigte er sich voll des Lobes und dankte dabei der AFM für ihre tatkräftige Unterstützung im Bereich des Jugendfußballs.

Mit Blick auf die Sporttreibenden Abteilungen wies Göttlich darauf hin, dass die Neugestaltung des Bunkers an der Feldstraße nicht ohne die Partizipation des Vereins umgesetzt werden soll. Der FC St. Pauli kämpfe dafür, Kindern und Jugendlichen aus dem Viertel die Möglichkeit zum Sporttreiben zu bieten. „Denn wir wollen uns auch zukünftig an so tollen Leistungen erfreuen, wie sie in den Sporttreibenden Abteilungen auch im abgelaufenen Jahr wieder abgeliefert worden sind. Euch allen gebührt unser höchster Respekt für das, was ihr in Euren Abteilungen leistet. Hierbei meine ich nicht nur den sportlichen Erfolg im Kampf um Tore und Punkte, sondern auch das gesellschaftliche Engagement, das von Euch und natürlich auch von unserer aktiven Fanszene ausgeht“, freute sich der Präsident über das rege Vereinsleben im vergangenen Jahr.

Explizit erwähnte Göttlich den Fanladen St. Pauli: „An dieser Stelle muss ich dem Fanladen St. Pauli noch einmal meinen größten Respekt und meine größte Anerkennung aussprechen. Für die tolle antirassistische Arbeit, die ihr leistet, seid ihr absolut zu Recht mit dem Julius-Hirsch-Preis des DFB für Eure Aktionswoche rund um den internationalen Holocaustgedenktag ausgezeichnet worden.“

Zum Schluss richtete Göttlich noch das Wort an die Mitglieder des FC St. Pauli. „Ich möchte Euch danken. Danke dafür, dass ihr St. Pauli seid und St. Pauli lebt. Dass ihr unzählige Stunden ehrenamtlichen Engagements in diesen Verein einbringt. Ohne Euch wäre der Verein nicht das, was er ist. Und für diesen Verein lohnt es sich zu kämpfen. Deshalb lasst uns eng zusammenrücken, gerade wenn der Wind zunimmt. Lasst uns Ewald und das Team in die Mitte nehmen und gemeinsam das große Ziel schaffen“, schwor er die Mitglieder ein und beendete seine Rede in Anlehnung an Leonard Cohens. „Hoffnung ist viel zu passiv. Wir brauchen Willen. Auf dem Platz und auch auf der Straße. Für immer mit Dir – für immer mit Euch  - für immer St. Pauli!“


 

Geschäftsjahr 2015/2016

Der Konzernabschluss ergab bei Gesamterträgen von EUR 40,64 Mio. (Vorjahr: EUR 33,13 Mio.) ein Betriebsergebnis vor Steuern von EUR 2,98 Mio. (Vorjahr: EUR 1,13 Mio.). Dieses Ergebnis führt zu einem Konzernjahresüberschuss von EUR 1,32 Mio. (Vorjahr: EUR 0,24 Mio.).

„Es ist ein Ergebnis, mit dem wir zufrieden sind, was für uns aber auch gleichzeitig Ansporn sein muss, denn wir wollen unseren Verein permanent weiterentwickeln und ihn für die Zukunft bestmöglich aufstellen“, erklärte Präsident Oke Göttlich.

Eine nennenswerte Erlössteigerung ist im Bereich Transfers zu verzeichnen. Insbesondere durch den Transfer von Marcel Halstenberg nach Leipzig generierte der Verein Erlöse in Höhe von über EUR 3 Mio. Im Vorjahr verbuchte der Club Transferentschädigungen in Höhe von EUR 0,18 Mio.

Sehr positive Effekte hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr der Bereich Handel bedingt durch die Aufnahme der Upsolut Merchandising GmbH & Co. KG in den Konzern. Die strategische Entscheidung des Rückkaufs der Merchandisingrechte wirkte sich positiv auf das Geschäftsergebnis aus.

Negative Einflüsse hatten im letzten Geschäftsjahr die verminderten Erlöse aus der medialen Verwertung. Diese entstanden durch das Abrutschen des Vereins von Platz sechs auf Platz zehn im TV-Ranking. Erlöste der FC St. Pauli in der Saison 2014/15 noch EUR 8,83 Mio. aus der Vermarktung der Medienrechte, so waren es im abgelaufenen Geschäftsjahr nur noch EUR 7,47 Mio.

 

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Fußball-Club St. Pauli v. 1910 e.V.

Harald-Stender-Platz 1
20359 Hamburg

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