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FC St. Pauli veröffentlicht als erster Profi-Fußballclub eine Gemeinwohl-Bilanz

Als erster Profi-Fußballclub weltweit hat der FC St. Pauli eine Gemeinwohl-Bilanz veröffentlicht. Dabei schnitt der Verein mit 527 Punkten überdurchschnittlich gut ab. Eine Bestätigung für das Handeln - und weitere Verbesserungen sollen folgen.

Die Gemeinwohl-Bilanz ist eine freiwillig durchgeführte Corporate Social Resonsibiliy (CSR)-Prüfung, die zeigt, welchen Beitrag Unternehmen und Organisationen für das Gemeinwohl leisten. Aus dem Stand konnte der FC St. Pauli bei der von Auditor*innen durchgeführten Prüfung mit 527 Punkten ein sehr gutes Ergebnis erzielen. Ein Wert, der den Verein in einer Liga spielen lässt mit Nachhaltigkeits-Vorreitern wie Greenpeace, dem Bio-Pionier Voelkel oder dem vielfach ausgezeichnetem Outdoortextil-Unternehmens Vaude. Der Berichtszeitraum umfasst die Spielzeiten 2021/22 sowie 2022/23 (1. Juli 2021 bis 30. Juni 2023).

FCSP punktet durch diverse Projekte

Der FC St. Pauli konnte durch seine generelle Strategie überzeugen, die sich konkret in verschiedenen Projekten zeigt, die bei deutschen Profi-Vereinen sonst eher selten zu finden sind. Hierzu zählen zum Beispiel der Verzicht auf die Sponsorenkategorie Sportwetten, auf die Erstellung von Leitlinien zur Diversität, eine genderparitätische Besetzung des Aufsichtsrates, ökologisch nachhaltiges und fair produziertes Merchandise sowie die Umstellung auf biologisch produzierte und vegane Stadionwürste.

An dem Gemeinwohl-Bericht, der mehr als 150 Seiten stark ist, haben mehr als 30 Mitarbeitende aus allen Fachbereichen des Vereins mitgewirkt. Bewertet wird bei der Überprüfung unter anderem, welche Arten von Nutzen das Agieren des FC St. Pauli bringt. Das Ergebnis zeigt, dass 70 Prozent des Gesamtumsatzes des Vereins den Grundbedürfnissen von Menschen nützt. Dazu zählen: 1. Lebenserhaltung/ Gesundheit/ Wohlbefinden 2. Schutz/ Sicherheit 3. Zuneigung/ Liebe 4. Verstehen/ Einfühlung 5. Teilnehmen/ Geborgenheit 6. Muße/ Erholung 7. Kreatives Schaffen 8. Identität/ Sinn 9. Freiheit/ Autonomie.

„360-Grad-Perspektive“

Esin Rager, als Vizepräsidentin beim FC St. Pauli für den Themenbereich Nachhaltigkeit verantwortlich, sagt: „Der systemische Ansatz der Gemeinwohl-Bilanzierung schafft eine 360-Grad-Perspektive auf das eigene Handeln. Wir haben uns bewusst für diese werteorientierte Prüfung entschieden, da wir ein Instrument gesucht haben, das es uns ermöglicht, unsere Ziele und Maßnahmen kritisch zu evaluieren. Die erreichte Punktzahl ist erfreulich; diese ist uns dabei weniger wichtig als die Erkenntnisse, die wir aus dem Prozess gewinnen. Ein anderer Fußball ist möglich. Besonders dann, wenn wir uns nie auf unseren Lorbeeren ausruhen.“

„Wir sagen nicht nur, was wir tun, sondern wir lassen es auch prüfen“, unterstreicht Franziska Altenrath, die beim FC St. Pauli den Bereich Strategie, Veränderung und Nachhaltigkeit (SVN) leitet. Es sei wichtig, sich von außen unabhängig prüfen zu lassen, „um zu sehen, wo wir stehen. Dadurch können wir Chancen und Risiken unserer Strategien besser erkennen. Die Bilanz schärft unser Profil und zeigt, wo wir uns noch verbessern sollten.“

Mehr als 1000 bilanzierte Unternehmen und Organisationen

Die weltweit agierende Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung (GWÖ) versteht sich als Wegbereiterin für eine gesellschaftliche Veränderung in Richtung eines verantwortungsbewussten, kooperativen Miteinanders im Rahmen eines ethischen Wirtschaftens. Erfolg wird nicht primär an finanziellen Kennzahlen gemessen, sondern mit dem Gemeinwohl-Produkt für eine Volkswirtschaft, mit der Gemeinwohl-Bilanz für Unternehmen und mit der Gemeinwohl-Prüfung für Investitionen.

Aktuell umfasst die Bewegung weltweit 11.000 Unterstützer*innen, rund 5.000 Mitglieder in mehr als 170 Regionalgruppen, 35 GWÖ-Vereine, über 1000 bilanzierte Unternehmen und andere Organisationen, knapp 60 Gemeinden und Städte sowie 200 Hochschulen weltweit, die die Vision der Gemeinwohl-Ökonomie verbreiten, umsetzen und weiterentwickeln. Seit 2018 gibt es den Internationalen GWÖ-Verband mit Sitz in Hamburg. Der EU-Wirtschafts- und Sozialausschuss nahm 2015 eine eigeninitiierte Stellungnahme zur GWÖ mit 86 Prozent Stimmenmehrheit an und empfahl ihre Umsetzung in der EU.

Weitere Informationen:

 

(pg)

Fotos: FC St. Pauli

 

 

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